„Die wichtigste Stunde ist immer jetzt. Der wichtigste Mensch ist der, vor dem du stehst.“ Max Prosa
Begleitung am Lebensende beginnt mit dem Mut Mensch zu sein und der Fähigkeit, dem gegenwärtigen Moment und dem Menschen, der uns gegenübersteht, mit voller Aufmerksamkeit, Offenheit und liebevoller Zugewandtheit zu begegnen.
Auf diesem Verständnis basiert die Fortbildung zum END OF LIFE COMPANION.
In vier Präsenzmodulen wird Schritt für Schritt erfahrbar, was es bedeutet, Menschen in einer existenziellen Lebensphase achtsam, klar und menschlich zu begleiten. Persönliche Innenarbeit sowie die Entwicklung eines eigenen, tragfähigen Begleitkompasses bilden dabei das Fundament des gemeinsamen Lernweges.
Präsenz, Offenheit und Vertrauen sind wesentliche Grundlagen jeder Begleitung am Lebensende.
Die Fortbildung lädt dazu ein, den eigenen Umgang mit Sterben, Abschied und Vergänglichkeit zu reflektieren und gesellschaftliche Prägungen zu hinterfragen, die den Zugang zur eigenen inneren Weisheit oft überlagern. So können natürliche Fähigkeiten wieder bewusster wahrgenommen, vertieft und gestärkt werden.
Lernen auf zwei Ebenen
Spirituelle und konfessionsfreie Aspekte sind integraler Bestandteil aller Kursinhalte. Eine nicht wertende Haltung gegenüber dem individuellen Ausdruck der begleiteten Menschen bildet dabei den roten Faden des gesamten Lernprozesses.
In der didaktischen Gestaltung greifen zwei Ebenen kontinuierlich ineinander: fachliches Wissen und persönliche Entwicklung. Inhalte werden immer wieder mit der eigenen Haltung, Wahrnehmung und Rolle als Begleitende in Beziehung gesetzt. So entsteht ein Lernprozess, der Verstehen und Verkörpern verbindet.
An wen richtet sich die Fortbildung?
Die Fortbildung richtet sich an Menschen, die sich den Themen Sterben, Abschied und menschliche Begleitung mit Offenheit, Verantwortung und Tiefe widmen und dabei auch persönlich wachsen möchten – beruflich und persönlich. Sie ist für Menschen, die ihre eigene Haltung zu existenziellen Fragen vertiefen, mehr Sicherheit in der Begleitung anderer gewinnen oder sich beruflich neu in diesem Feld orientieren möchten. Willkommen sind auch Doulas, Hospizbegleiter:innen, Menschen aus Pflege und Gesundheitswesen, Coaches sowie Fachpersonen aus Beratung, Therapie und Begleitung.
Die Tätigkeit als END OF LIFE COMPANION erfolgt ausdrücklich nicht-medizinisch und nicht-therapeutisch und versteht sich als ergänzende Begleitung im Zusammenspiel mit bestehenden Versorgungsstrukturen.
Umfang
Die Fortbildung umfasst 80 Unterrichtseinheiten in Präsenz sowie 40–60 Stunden Eigenarbeit. Diese erfolgt insbesondere im Selbststudium anhand empfohlener Literatur, die das in den Modulen Erfahrene vertieft und weiterführende Zugänge eröffnet. Insgesamt ergibt sich daraus ein Umfang von etwa 120–140 Stunden.
Module
LEBEN UND STERBEN IM GRÖSSEREN ZUSAMMENHAN
Wir wenden uns dem Leben und seiner Endlichkeit zu und öffnen den Blick für größere Zusammenhänge. Dabei entsteht Raum, sich selbst darin zu verorten und dem Unvermeidlichen mit mehr innerer Sicherheit zu begegnen. Klarheit, Präsenz und ein Gefühl von Eingebundensein können sich dabei Schritt für Schritt entfalten.
Eines unserer wichtigsten Anliegen ist es, die Erhaltung der Würde eines Menschen in den Mittelpunkt der Begleitung zu stellen. Dazu gehört das unbedingte Zurückstellen von erlernten Wertungen.
TRAUER BEGLEITEN
Trauer wird hier als Teil des Lebens verstanden – als Ausdruck von Verbundenheit.
Wir erkunden, wie unterschiedlich sich Trauer zeigt und zeigen darf, wie Räume für Abschied und Trost entstehen und wie Übergänge achtsam gestaltet werden können.
Rituale und Symbole können dabei zu einer stillen Sprache werden, die trägt und Orientierung gibt.
RESILIENZ- UND RESSOURCENARBEIT
Der Blick richtet sich auf das, was trägt – innerlich, zwischenmenschlich und existenziell.
Ressourcen werden wahrgenommen und gestärkt, nicht um Belastung zu vermeiden, sondern um ihr begegnen zu können. Körper und Sinne werden dabei bewusst als Zugänge einbezogen, um Halt, Vertrauen und Stabilität zu fördern.
KOMMUNIKATION AM LEBENSENDE
Im Mittelpunkt steht eine Form der Begegnung, die vom Zuhören und Verstehen getragen ist.
Es geht darum, Gespräche in Offenheit und Empathie zu gestalten, auch dort, wo Worte fehlen oder an ihre Grenzen stoßen. Ängste, Bedürfnisse und Hoffnungen dürfen sichtbar werden – ebenso wie Wünsche für das Lebensende.
ORIENTIERUNG GEBEN – INNEN UND IM AUSSE
Orientierung entsteht dort, wo innere Klarheit und äußere Schritte zusammenfinden.
Wir erkunden, wie Lebensgeschichten gewürdigt und Entscheidungen achtsam begleitet werden können.Dabei wird Selbstbestimmung gestärkt und der eigene Abschied bewusst gestaltbar – auch ganz praktisch: im Entwickeln eines persönlichen „Drehbuchs des Abschieds“ sowie in Fragen der Organisation und Gestaltung von Bestattung und Erinnerung. Auch sensible Themen wie assistierter Suizid, Sterbefasten oder der Wunsch nach einem selbstbestimmten, eigensinnigen Weg am Lebensende werden reflektiert.
SPIRITUAL CARE – VERTRAUEN SCHENKEN
Es öffnet sich ein Raum für das Wesentliche – jenseits von Konzepten und Vorgaben.
Sinnfragen dürfen auftauchen, spirituelle Ressourcen wahrgenommen werden.
Dabei wird der Mensch in seiner Ganzheit gesehen – körperlich, emotional, sozial und spirituell – und das, was als Schmerz oder Belastung erlebt wird, in seinem Zusammenhang verstanden.
Begleitung geschieht wertfrei, getragen von Vertrauen und dem Respekt vor dem individuellen Erleben.
DEMENZ BEGLEITEN
Wir nähern uns der Welt von Menschen mit Demenz, ohne sie korrigieren zu wollen.
Im Vordergrund steht das Verstehen ihrer Wirklichkeit und die Gestaltung von Beziehung jenseits von Orientierung.
Validierende Ansätze unterstützen dabei, Sicherheit, Kontakt und Vertrauen entstehen zu lassen.
LEBENSRAUM BETT
Der Raum des Bettes wird als Lebensraum verstanden – als Ort von Erfahrung, Beziehung und Präsenz. Wir üben, uns in die Situation von Immobilität einzufühlen und Bedürfnisse wahrzunehmen.
Fürsorge, Atmosphäre und bewusste Gestaltung können dabei wesentlich zum Wohlbefinden beitragen.
MEINE ROLLE IM SYSTEM- SICH VERORTEN UND VERANTWORTLICH HANDELN
Wir wenden den Blick auf die eigene Rolle im Gefüge von Familie, Zugehörigen sowie Hospiz-, Palliativ- und Pflegekontexten. Dabei entsteht ein Verständnis dafür, wo Begleitung trägt, ergänzt und wo ihre Grenzen liegen. Ein klares Rollenbewusstsein ermöglicht es, stimmig im Zusammenspiel mit anderen zu handeln und Verantwortung zu übernehmen, ohne sich selbst zu überfordern. So kann Begleitung Halt geben und zugleich Teil eines größeren Ganzen sein.
Termine – in Präsenz
Freitag, 22. bis Sonntag, 24.01.2027
Freitag, 05. bis Sonntag, 07.03.2027
Freitag, 23. bis Sonntag, 25.04.2017
Freitag, 02. bis Sonntag, 04.07.2027
Kosten
2480 € inkl. Snackverpflegung während des Seminars
Earlybird Ticket: 2280 € inkl. Snackverpflegung während des Seminars
Ausbildungsort
Mahatma Yogastudio, Danziger Strasse 1, 82194 Gröbenzell (München)
Anmeldung
Anmeldung über die Gefährtinnenakademie München :
Ausbildungsleitung
Nadja Paul, https://me-and-u.de/
Sabine von Stackelberg, über mich
Koordination: Erika Schießl www.gefaehrtinakademie.de